Vorsätze vorsätzlich vermeiden

Am 31.12.2016 saß ich nicht am Küchentisch und habe eine Liste darüber gemacht, wie ich 2017 zu einem perfekteren Menschen werde. Ich habe mich weder im Fitnessstudio angemeldet, noch mir vorgenommen, weniger zu rauchen. Stattdessen lebe ich in den Tag, schlafe zu wenig, esse übermäßig Kohlenhydrate und mit Käse Überbackenes und shoppe definitiv zu ausgiebig online. Jemand hat mich neulich „Asos Rocky“ genannt, das fand ich sehr witzig. Auf den Fotos seht ihr übrigens meine neuste Shoppingausbeute, einen wunderschönen Wollmantel vom Onlineshop About You. Wenn ihr insgesamt noch Mäntel für die letzten kalten Tage sucht, findet hier noch ein paar sehr schöne Exemplare.

Diese konsequente Vorsatzlosigkeit hat einiges für sich. Ich kann sein, wer ich bin und muss mich nicht in irgendeine kranke Vorstellung von mir mit Sixpack verwandeln. Ich kann euch sagen, es lebt sich auf diese Weise entspannt und vor allem frustfrei. Denn wie zermürbend ist es, sich selbst immer und immer wieder zu enttäuschen, weil man das Versprechen an sich wiederholt nicht einhalten konnte.

Tu doch einfach, was du für richtig hältst. Jeden Tag aufs Neue. Und verbiege dich nicht zu einer Form, der du nicht standhalten kannst.

Natürlich kann ich da eigentlich nur für mich sprechen. Ich, der inkonsequenteste Mensch auf Erden. Der sich vornimmt, vegan zu Leben und am nächsten Tag Ei auf Buttertoast isst und dabei einen Pelzmantel trägt. Jeder von uns setzt seine Prioritäten anders. Das macht uns aus und die Welt facettenreich und aufregend. Wir sind, um es mal wieder mit Goethe zu sagen: „…was die Welt im Innersten zusammenhält.“

Meine kleine Welt hält gerade das Unterwegssein zusammen. Und natürlich die Menschen, die an dieser Reise beteiligt sind. Das Umherziehen mag auf den ersten Blick vorsätzlich klingen. Dem ist aber nicht so, weil es sich auf ganz natürliche Weise immer einfach fügt. Eben wie das letzte Wochenende in Mannheim und Heidelberg im neuen Mantel. Es war wunderschön. Ich nehme mir nicht vor, dieses und jenes Wahrzeichen abzuhaken, weil ich keine Bucket List habe. Scheiß auf eine Liste! Ich schaue mir mit großen Augen an, was das Leben zu bieten hat.

Auch wenn ich Wandtattoos hasse, wenn eines in meiner Küche hängen würde, dann wohl der Schriftzug „Carpe diem.“ Denn das ist ja irgendwie mein Motto.

Vermutlich wird es dazu trotzdem nie kommen, weil die Dinger einfach hässlich sind. Aber wer weiß das schon? Ausschließen kann ich es nicht. Vielleicht sitze ich Ende dieses Jahres auch unter jenem Schriftzug und notiere mir Beschlüsse wie: 2018 werden weniger Mäntel gekauft, weniger gereist und das Geld in Bücher investiert. Vermutlich wird es dazu aber auch nie kommen. Aber wer weiß das schon? Ausschließen kann ich es nicht.

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Comments

  1. says

    Ganz tolles Outfit und die Einstellung ist genau richtig. Ich denke, dass ich von mir behaupten kann genauso auch zu leben. Und das macht einfach viel glücklich. 🙂

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