Warum mich andere Kinder komisch fanden

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Es gibt Kids, die sind einfach cool. Die hatten schon im Kindergarten die coolsten Rutschsocken an. Ich für meinen Teil trug Turnschläppchen. #fuckingrebel

In der Grundschule steckte man mich in süße Kleider, während die Anderen unfassbare „stylomylo“ Leggins von Jako-O am Start hatten. Man könnte meinen, ich war nicht der „King Of The Playground“. Was zum einen an meinem unangepassten Kleidungsstil und Hausschuhen lag und zum anderen, viel ausschlaggebenderen Teil, an meinem Pausenbrot.

Die eiserne Regel des Pausenbrotes ist unumstößlich.

Alles fängt schon mit der Wahl der Tupperdose an. Diese muss bunt sein, aber nicht zu bunt. Aber das Thema war schnell geklärt, hatte ich doch überhaupt keine Dose. Mein Brot kam in Papiertüten daher. Die lieben Eltern wussten zu dem Zeitpunkt nicht, wie gemein Kinder sein konnten. Ich fiel negativ auf, wegen meines Brotes.

Zu allem Überfluss platzierte mein Papa immer einen halben Apfel auf diesem Papier. Ich möchte nicht sagen, das Tütchen war bis zur 1. Pause durchgeweicht. Aber ja, mein Butterbrot schmeckte um 9:30 Uhr immer gut nach Obst. Das war nicht so geil.

Konnte ich nicht einfach wie die anderen coolen Kids ein Snickers, Brötchen mit Käse, Salat und Tomaten mit in die Schule bekommen oder ein Nutellatoast? Was hatte ich nur angestellt, dass ich jeden Schultag so bitter vom Stullengott enttäuscht wurde? Ich war sogar auf die Kinder neidisch, die diese ekligen, abgepackten Gummi-Croissants mit Schokoladenfüllung dabei hatten. So weit war es mit mir gekommen.

Capri-Sonne, Durschtlöscher, Hohes C, Apfelschorle oder gar Sprite. Das alles waren Dinge, die nicht zu meinem täglichen Gebrauch gehörten. Ich war eher der Salbeitee-Typ. So fancy.

Der Salbei wurde jeden Morgen frisch aus unserem Garten gepflückt und aufgebrüht. Nicht in einer Thermoskanne, falsch. In einer PET-Flasche. Ein „no-go“ des Grundschul-Knigge.

Heute wäre ich mit meinem Butterbrot im Papier voll im Trend.

Wie sagt man so schön? Die Letzten werden die Ersten sein? Und das gilt vor allem für Stullen im originalem Butterbrotpapier. Ich sag nur 5 € für einmal belegte Graubrotschnitte im Manufactum. Die Bemme erlebt gerade eine Renaissance.

Ein fast krasseres Comeback, als Britney Spears. (Nur leckerer und irgendwie schöner anzusehen.) Und ich feier das. Sehr.

Nur Salbeitee kann ich bis heute nicht leiden…

Comments

  1. says

    Ahahaha, ich muss so lachen. Ich fand meine Pausenbrote auch immer so schäbig im Vergleich zu den extrem coolen Brötchen mit Salami, Salat und so weiter meiner Mitschüler. Zwar hatte ich tatsächlich irgendwelche ultra hässlichen Brotdosen, aber das Innere war immer viel zu dickes Roggenbrot mit extrem dicken Scheiben Emmentaler. Landete regelmäßig im Mülleimer oder ich brachte es wieder mit nach hause. Deshalb gab es für mich auch ab der zweiten Klasse kein Frühstück von Mutti mehr. 😀 Aber wenn ich mal Kinder habe, mache ich das natürlich viiiiiiiiiel besser.

    • First Pug says

      Eben, meine Kinder werden auch nur Delux-Schnitten mit in die Schule bekommen. Garniert mit einem ultra coolen Smoothie! 😀

  2. says

    Hahahahaha der Post ist so gut! Ich fand es auch immer soooo cool die ganzen Kinder die so coole riesige Thermoskannen hatten, Pausenboxen mit 3 (!) Fächern, richtig arg riesiger selbstgemachte Sandwiches oder sowas. Ich habe dann auch irgendwann eine riesiger rot-weiße Thermoskanne bekommen, die habe ich immer noch in meiner Lade, daraus habe ich immer Früchtetee getrunken. Oft habe ich in der Früh Geld bekommen um mir vor der Schule etwas beim Bäcker zu kaufen – da war ICH dann so cool weil ich mir geile „Minis“ kaufen konnte (Topfen/Quarkbällchen mit Zucker umhüllt). Hah. Ich hab mich so gut gefühlt. Jetzt liebe ich aber mein Roggenbrot mit zu viel Butter 🙂

    • First Pug says

      Vielen Dank für deinen netten Kommentar! Ich freue mich immer, wenn ich die Schulbrotgeschichten von anderen erzählt bekomme und merke, dass ich nicht allein bin. 🙂 Das fühlt sich großartig an. Willkommen im Butterbrot-Club! <3

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